Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler © MDC Foto David Ausserhofer
Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler© MDC Foto David Ausserhofer

35 Jahre Mythen über den Ursprung des AIDS-Virus

 

1981 wurde AIDS erstmalig beschrieben. Bald erkannte man, dass es sich bei dieser erworbenen Immunschwäche um eine sich rasch weltweit ausbreitende tödliche Seuche handelte. Laut Global AIDS Update 2020 haben sich inzwischen 38 Millionen Menschen mit dem AIDS-Erreger infiziert. 690.000 Menschen starben an AIDS-bedingten Krankheiten. 

 

HIV-I. Ultradünnschnitt einer Zellkultur, die Hans Gelderblom vom Robert Koch-Institut Anfang 1984 von Bob Gallo bekommen hatte

1983 konnte aus AIDS-Patienten ein bisher unbekanntes Virus isoliert werden, das "HIV"

(Humanes Immundefizienz Virus) genannt wurde.

Die überwiegende Mehrzahl der Experten ist heute  davon überzeugt, dass HI-Viren tatsächlich die AIDS-Erreger sind. 

 

 

 

 

 

Spekulationen um die Herkunft des AIDS-Erregers

HIV-Mitentdecker Bob Gallo 1988 im Gespräch mit Sinaida Rosenthal und mir. Foto: Karin Petras

 

Sofort nach Entdeckung von HIV wurde über die Herkunft des neuen Virus spekuliert. Die meisten Forscher vermuteten, es stamme direkt von Affenviren ab.

 



Direkter Kontakt mit Affen?

Nach Ansicht der meisten Experten gelangten die ersten AIDS-Erreger dadurch  in Menschen, daß 

#  Fleisch von Affen verzehrt wurde, die mit HIV-Vorfahren infiziert waren,

#  man beim Schlachten direkt mit dem Blut infizierter Tiere in Kontakt kam, und/oder

# daß man von infizierten Tieren gebissen wurde.

Verunreinigter Impfstoff?

Manche vermuteten in den ersten Jahren der AIDS-Forschung, der Erreger sei in den 1950er Jahren zufällig in die damals gerade entwickelten Impfstoffe gegen die Kinderlähmung gelangt und mit diesen verbreitet worden.

Für diese Hypothese sprach, dass die ersten Poliovakzinen bis 1962 tatsächlich mit dem Affenvirus SV40 verunreinigt waren.

War es ein Laborunfall?

Der Kommandeur führte mich durch das Institut in Fort Detrick

Wieder andere spekulierten, der Erreger sei beim unvorsichtigen Experimentieren mit Versuchstieren oder deren Organen freigesetzt und so auf den Menschen übertragen worden.

Entsprechende Laborunfälle hat es tatsächlich immer mal wieder gegeben, unter anderem auch im US Army Medical Research Institute of Infectious Diseases (USAMRIID) in Fort Detrick, Frederick, Maryland. Und vom Hochsicherheitslaboratorium der Centres for Disease Control and Prevention wurden im vergangenen Jahrzehnt leichtfertig hoch pathogene Erreger, darunter Anthrax-Bakterien und Geflügelpest-viren an nicht entsprechend gesicherte Laboratorien versandt – unter anderem auch nach Südkorea, was heftige Proteste Nordkoras auslöste..

 

 

Produkt biologischer Waffen-Forschung?

Von Anfang an gab es vereinzelt Spekulationen über eine mutmaßliche Rolle von Militärs bei der Auslösung der Pandemie. So veröffentlichte die indische Zeitung Patriot bereits 1983 einen Leserbrief, in dem ein Anonymus vermutete, das Pentagon habe Spezialisten nach Afrika entsandt, um hochpathogene Viren zu entdecken. Die seien dann u.a. in Fort Detrick untersucht worden und “That seems to be the most likely course of events that led to the discovery of an absolutely new type of virus (AIDS) that affects the human immune system.“

 

Zwei Jahre später übernahm (oder erneuerte?) der KGB diese Behauptung für eine weltweite Desinformationskampagne.

 

Offenbar unabhängig davon begann auch der Ostberliner Emeritus Jakob Segal ab 1985 zu spekulieren, daß Fort Detrick, genauer: USAMRIID, eine Schlüsselrolle bei der Auslösung von AIDS gespielt haben könnte. Er behauptete, der AIDS-Erreger HIV sei nicht natürlichen Ursprunges, sondern gentechnisch konstruiert worden.

 

Einige Stasi-Offiziere versuchten später, Segals Überlegungen für eine eigene Desinformationskampagne zu nutzen. 

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