Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler © MDC Foto David Ausserhofer
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Im MfS wußte man Bescheid

Nachdem Segals Thesen im November 1986 auf einer Expertenkonferenz kritisiert worden waren, wurde in der Berliner Bezirksbehörde des MfS eine ausführliche Stellungnahme erarbeitet. Am 18. März 1987 informierte  Major Dewitz:

„Nach vorliegenden Erkenntnissen sind alle DDR-Experten von der Unhaltbarkeit der Theorie von Prof. Segal überzeugt und haben dies speziell auch bei einer Auseinandersetzung mit Segal im November 1986 zum Ausdruck gebracht.“ Aber es ging nicht nur ums Fachliche: „Die Wirkung der Aktivitäten von Prof. Segal wird als ausge­sprochen negativ eingeschätzt, als gegen die Entspannung gerichtet. Es geht nicht darum, dass die USA nicht bereit wären, derartige Experimente durchzuführen, sondern dass man einen solchen Vorwurf beweisen muss. Da das nicht der Fall ist, richtet sich die ganze Angelegen­heit schnell gegen uns." Intressanterweise zitierte er dabei die Schlagzeile eines diesbezüglichen, kürzlich im SPIEGEL erschienenen Artikels: Wer sindVäter – CIA oder KGB? und folgerte: "Insgesamt muss die Schluss­folgerung ge­zogen werden, dass nach dem vorliegenden Erkenntnisstand das Auftreten von Prof. Segal als wissenschaftlich nicht haltbar und damit für politisch schädlich einzu­schätzen ist.“

 

 

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