Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler © MDC Foto David Ausserhofer
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Was waren Segals Motive?

AGMK

Rassismus

Gentechnik-Kritik

US-Kritik

 

Weitgehend ausgeschlossen werden kann, daß Segal im Auftrag des MfS oder gar der Partei-und Staatsführung handelte.

 

 

 

War Segal, Sowjetbürger und KPdSU-Genosse, „auf Empfehlung“ sowjetischer Behörden seit 1952 in Ost-Berlin tätig, ein Werkzeug des KGB? Oder war er von den Behauptungen des KGB nur indirekt angeregt worden?

 

Die USA glaubten sogar, Segal sei der maßgebliche Berater des KGB für dessen Desinformationskampagne gewesen.

 

Allerdings gibt es einige signifikante Unterschiede zwischen der vom KGB vertretenen, unter anderem 1985 in Literaturnaya Gazeta erläuterten These und dem von den Segals weiter entwickelten Mythos:

  • Der KGB behauptete, amerikanische Wissenschaftler hätten den AIDS-Erreger im Auftrag bei der Suche nach bis dato unbekannten Viren in Afrika oder Südamerika isoliert und in Fort Detrick vermehrt und (unbeabsichtigt) freigesetzt.
  • Segal dagegen kritisierte vehement einen mutmaßlich afrikanischen Ursprung des Erregers, das sei "rassisch". Zudem leugnete er dessen natürliche Hekunft: Der Erreger sei gentechnisch konstruiert worden.

Tatsächlich erwähnt der KGB in einem weiteren, ebenfalls von Nehring entdeckten Dokument aus dem Jahre 1987, dass Segal seine Vorstellungen unabhängig von dem Dienst entwickelt und verbreitet habe.

 

 

Ganz abgesehen davon setzte Segal ungebremste seine Überzeugungsarbeit auch dann noch fort, nachdem der KGB seine Aktion auf amerikanischen Druck eingestellt hatte und nachdem das Sowjetreich auseinander brach.

Vielmehr dürfte das Motiv in Segals Persönlichkeitsstruktur zu finden sein: er war hochgradig phantasiebegabt und gleichzeitig total kritik-resisten.

Rosenthal, Maron-Interview.

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