Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler © MDC Foto David Ausserhofer
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Jakob Segals AIDS-aus-Fort-Detrick-Mythos

Jakob Und Lilli Segal, 1987. Foto: Kuno Kruse

Ganz offenbar unab-hängig vom KGB begann Jakob Segal gemeinsam mit seiner Frau Lilli ab 1985 zu spekulieren, HIV sei auf Befehl des Penta-gon bei der Entwicklung neuartiger Biowaffen in Fort Detrick mit gentech-nischen Methoden konstruiert worden.  Den neu geschaffenen Erreger habe man heimlich bei nicht informierten Gefangenen getestet. Die seien dann entlassen worden und hätten das Virus unwissentlich auf andere Homosexuelle übertragen.

 

Segals Behauptungen wurden erstmals Ende August 1986 gelegentlich des Gipfeltreffens der Blockfreien Staaten in Harare öffentlich gemacht. Weltweites Aufsehen erregten sie allerdings erst im Oktober 1986 durch einen Artikel im Sunday ExpressIm deutschsprachigen Raum wurden sie vor allem durch ein Interview bekannt, das Stefan Heym mit Segal führte. Es erschien in der taz in West-Berlin, denn in der DDR durfte Segal auf Anweisung von Politbüromitglied Hager nicht publizieren.

Hans-Alfred Rosenthal und ich durften keinen kritischen Artikel über Segals Thesen schreiben

Man durfte sie zunächst aber auch nicht kritisieren. Ein kritischer Artikel von Hans-Alfred Rosenthal und mir wurde von der Parteiführung verboten - obwohl man selbst bei der Stasi bald erkannte, dass Segals Behauptungen grundlos sind und dem Ansehen der DDR schaden.

 

 

Auch in der schönen Literatur ging es gelegentlich um Segals Thesen. Beispielsweise beschäftigte sich Johannes Mario Simmel in seinem Bestseller Mit den Clowns kamen die Tränen damit. Selbst im westdeutschen und britischen Fernsehen kamen Segal und seine Frau Lilli 1989 zu Wort.

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