Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler © MDC Foto David Ausserhofer
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Keine verkleideten Stasi-Offiziere sondern echte US-Diplomaten

 

Der promonierte Historiker Boghardt, der sich im wesentlichen auf e-mails und andere persönliche Mitteilungen von Bohnsack und Behling berief, setzte sogar noch eins drauf.

 

Das Gebäude der ehemaligen US-Botschaft heute. Damals war alles abgesperrt.

Wie bereits erwähnt suchten Diplomaten der Ostberliner US-Botschaft die Segals im September 1986 auf und erbaten Auskunft über die AIDS-aus-Fort-Detrick-Hypothese.

 

Die Stasi erfuhr davon durch Überwachung der Botschaft und durch ein Interview, das Jakob Segal dem Londoner Sunday Express gab. Außerdem schrieb seine Frau zwei ausführliche Berichte für die Stasi.



Anfang des Berichtes von Lilli Segal über den ersten Besuch eines US-Diplomaten

Boghardt behauptete dagegen – unter Berufung auf Bohnsack – , Segals Besucher seien gar keine US-Diplomaten gewesen, sondern verkleidete Stasi-Offiziere.

Auch das war Desinformation:

Botschafter John M. Koenig Photo: U.S. Department of State

 

 

 

 

 

Tatsächlich waren es Vertreter der US-Botschaft in Ostberlin, die Segal besuchten. Einer von ihnen, John Monroe Koenig, ist heute Botschafter der USA in Zypern. 

Er erinnert sich noch lebhaft an seine beiden Besuche in der Wohnung des Professors in der Leipziger Straße. Lilli Segal hatte ihm dort ein Manuskript übergeben, und er hat es nach Washington weitergeleitet.

Dies ist ein eklatantes Beispiel für die Arbeitsweise von Desinformanten – von Bohnsack bis Selvage: Reinem Bestätigungsdenken folgend (… „die Stasi muss doch auch hier ihr verbrecherisches Handwerk betrieben haben“) wird ohne Rücksicht alles kolportiert, was Informanten erzählen und/oder was irgendwo schwarz auf weiß notiert oder gedruckt ist. Boghardt hätte nur in Washington gleichsam „über die Straße gehen“ oder, noch, einfacher, zum Telefonhörer greifen müssen, um sich im State Department in dieser Angelegenheit kundig zu machen.

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