Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler © MDC Foto David Ausserhofer
Prof.Dr.rer.nat.habil.Erhard Geißler© MDC Foto David Ausserhofer

Die Gnade der späten Geburt

DDR-Kenner Günter Gaus war es, der herausfand, daß wir, die um 1930 geborenen, der Gnade der späten Geburt teilhaftig geworden waren: „zu jung, um den Versuchungen des Nationalsozialismus widerstehen zu müssen; alt genug, um die letzte Kriegszeit und die Besinnungsjahre danach bewußt aufzunehmen“ (Wo Deutschland liegt, S. 275).

In die Wiege gelegt

Schon am 5. August 1947 urteilte der "Wissenschaftliche Graphologe" Ferdinand Groß unter anderem, ich wolle „immer vorn und an der Spitze sein und, wenn möglich, die erste Flöte spielen“. 

Das hat sich leider bis heute gehalten. Aber ich bin keinem bewußt auf die Füße getreten.

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Bezüglich meiner „speziellen beruflichen Eignung“ meinte der Graphologe: „Wir glauben, dass er in irgend einem wissenschaftlichen Beruf Erspriessliches leisten könnte und denken da, falls die rein materiellen Voraussetzungen hierfür gegeben sind, u.a. auch an den medizinischen Beruf […] Auch ein literarischer Beruf, etwa Zeitungswissenschaft, wäre nicht schlecht.“

 

Tatsächlich begann ich spätestens 1938 schriftstellerisch tätig zu werden:

"MIT TEGST UND BILT VON ERHARD GEISSLER"

 

 

Tatsächlich begann ich ab 1949 für die "Leipziger Volkszeitung" als "Volkskorres-pondent" zu schreiben.

 

Mein zuständiger Redakteur war damals Bruno Apitz. Sein berühmtes Buch Nackt unter Wölfen war zu dieser Zeit noch längst nicht erschienen.

 

 

1950 wurde ich - noch als Abiturient - freier Mitarbeiter der Kulturredaktion der "Leipziger Volkszeitung".

Dort war Erich Loest mein Chef.

 

Seit dieser Zeit schreibe ich immer mal wieder - bis heute.

 

Auch populärwissenschaftlich wurde ich recht aktiv – sowohl als Vortragender und Verfasser als auch als Funktionär der URANIA – Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die wählte mich nach der friedlichen Revolution sogar zu ihrem Präsidenten.

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Frühes Interesse an dem, was da kreucht und fleucht

Mir wurde früh bewußt, daß ich mit Biologie mein Brot verdienen könnte: Bei einem Klassenausflug wurden mir 5 Mark angeboten, wenn ich drei Maikäfer verspeisen würde. Ich klappte sie zwischen die beiden Scheiben meiner mitgebrachten Bemme und konnte sie problemlos aufessen. Es knirschte ein wenig.

Auf dem Heimfahrt verließ ich die Straßenbahn am Karl-Marx-Platz und kaufte in der Franz-Mehring-Buchhandlung für 4.50 M die drei Bändchen von HIRT's Biologie in Stichworten.

Bei der Arbeit an dieser Website fand ich auf der Suche nach dem Stichwort "Maikäfer" bei Wikipedia den folgenden Eintrag:

Maikäfersuppe gehört zu den wenigen in Europa verbreiteten Insektengerichten und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts zumindest in Deutschland und Frankreich bekannt. Der Geschmack soll an Krebssuppe erinnern.

 

 

Unter dieser Überschrift berichtete icg 1952 über eine Wanderausstellung - und nicht über nachstehende Geschichte, die ich in "Drosophila" erzähle

Die UNESCO rief einst auf, Expertisen über Elefanten einzureichen. Viele Staaten beteiligten sich, unter anderem DDR und UdSSR.

Der Titel der Ostberliner Untersuchung lautete: Was sagt die Sowjetwissenschaft über das Leben des Elefanten?

Der dritte Band der entsprechenden Moskauer Publikation war betitelt: Die Sowjetunion – Urheimat des Elefanten

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Von T.D.Lyssenko lernte man beispielsweise, es gäbe keine Gene, Vererbungswissenschaftler seien nicht nur bürgerlich, sondern auch reaktionär, und ihre Versuche mit der Taufliege Drosophila seien unnütz.

Leider fiel ich zunächst darauf rein. In Berlin-Buch wurde mir aber die Angst vor reaktionären Fliegen genommen.

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